Liebe Stuttgarter:innen,

im Landtag von Baden-Württemberg fehlt eine Stimme, die sich für eine solidarische Gesellschaft und soziale Politik stark macht. Wir haben in den letzten Jahren große zivilgesellschaftliche Bewegungen für mehr Klimaschutz, Geschlechtergerechtigkeit und die Aufnahme von Geflüchteten gesehen. Die Landesregierung bleibt aber weiter Spitzenreiter bei Abschiebungen und Schlusslicht bei der Gleichstellung der Geschlechter, ihre Klimaschutzziele schreibt sie bei der Automobillobby ab. Es braucht dringend eine linke Opposition, die Bewegung in den Landtag bringt und den Forderungen dieser solidarischen, zivilgesellschaftlichen Bewegungen eine parlamentarische Stimme gibt.

Es ist nicht egal, wer im Landtag sitzt: Die Coronakrise darf nicht auf dem Rücken der Menschen ausgetragen werden. Wir brauchen jetzt eine verlässliche Bildungspolitik, einen Aktionsplan gegen Armut und für soziale Teilhabe, den Ausbau des Gesundheitswesens, Arbeitsplatzsicherheit, einen landesweiten Mietendeckel und die Unterstützung der Kommunen durch das Land.

Dafür bitte ich Sie am 14. März um Ihre Stimme.

Lisa Neher

 

Zeit für soziale Gerechtigkeit.

Geschlechtergerechtigkeit!

Von einer Gesellschaft, in der alle Geschlechter wirklich gleichberechtigte Lebensrealitäten haben, in der das Gehalt nicht vom Geschlecht abhängt und Sorgearbeit gerecht verteilt ist, sind wir auch im 21. Jahrhundert noch weit entfernt. Baden-Württemberg schneidet bei der Gleichstellung der Geschlechter sogar besonders schlecht ab. Der Gender Pay Gap ist mit fast 25% so hoch wie in keinem anderen Bundesland und der Frauenanteil im Landtag ist mit 25,9% extrem niedrig. Frauen arbeiten öfter in Teilzeit oder in Minijobs und leisten mehr unbezahlte Arbeit Zuhause. Die Erziehung von Kindern, die Pflege von Angehörigen, die Organisation des Familienlebens – all das bleibt noch immer an Frauen hängen. Berufe, in denen mehrheitlich Frauen arbeiten, wie Pflege und Erziehungsberufe oder im Einzelhandel, sind dazu noch wesentlich schlechter bezahlt als Berufe in der Industrie. Altersarmut ist damit vorprogrammiert. Dazu kommen die Folgen der Corona-Pandemie, die Frauen besonders treffen. Wir fordern daher, dass die Lebenslage von Frauen in allen politischen Entscheidungen berücksichtigt werden müssen. Öffentliche Ausgaben müssen darauf geprüft werden, inwiefern sie die Aufwertung von Sorgearbeit, die Reduktion und geschlechtergerechte Verteilung von unbezahlter Sorgearbeit und die Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern fördern.

Daher setzen wir uns landesweit für gebührenfreie Kitas mit bedarfsgerechten Öffnungszeiten, für den bedarfsgerechten Ausbau der öffentlichen Daseinsvorsorge in Pflege und Erziehung, für einen landesspezifischen Mindestlohn von 13 Euro, für ein Paritätsgesetz für Baden-Württemberg und den Ausbau der Hilfsangebote für gewaltbetroffene Frauen ein.

Klimagerechtigkeit!

Soziale Bewegungen wie Fridays for Future oder Ende Gelände haben in den letzten Jahren weltweit den Protest gegen den Stillstand in der Klimapolitik auf die Straße getragen. Doch die Politik versagt weiter beim Klimaschutz. DIE LINKE fordert schon seit vielen Jahren einen grundsätzlichen Kurswechsel in der Klimapolitik und unserer Art des Wirtschaftens. Wir werden den Protest von der Straße ins Parlament tragen und besonders dort unbequem sein, wo Kapitalinteressen konsequenten Klimaschutz und einen sozial-ökologischen Umbau der Industriegesellschaft blockieren. Den sozial-ökologischen Umbau der Automobilindustrie wollen wir gemeinsam mit den Beschäftigten, mit ihren Gewerkschaften und unter Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure gestalten. Unser Ziel ist, dass Baden-Württemberg bis 2035 klimaneutral ist.

Das ist eine Frage der globalen Gerechtigkeit. Gelingt uns dieser Kurswechsel nicht, führt das nicht nur zu einem weiteren Anstieg der Erderwärmung mit Unwettern, Dürren und Überflutungen, sondern zu einer globalen sozialen Krise ungekannten Ausmaßes: Hunger und Flucht ganzer Landbevölkerungen vor allem im globalen Süden werden die Folge sein. Die reichen Industriestaaten des globalen Nordens mit ihrem kolonialen Erbe sind die Hauptverursacher dieser Krise. Es ist an der Zeit, Verantwortung zu übernehmen: Baden-Württemberg kommt dabei eine besondere Rolle zu.

Wir haben Platz!

Baden-Württemberg soll Sicherer Hafen werden. Wir dürfen nicht länger mit ansehen, wie Menschen in den Lagern an den EU-Außengrenzen in unwürdigen Bedingungen verharren müssen und im Mittelmeer ertrinken! Daher fordern wir ein Landesaufnahmeprogramm für die Geflüchteten auf Lesbos und in Lipa.

Wir fordern die dezentrale Unterbringung und freie Wohnortwahl für geflüchtete Menschen. Von Baden-Württemberg aus darf es keine Abschiebungen geben, das Abschiebegefängnis in Pforzheim muss geschlossen werden.

Kein Mensch ist illegal!

Reichtum umverteilen!

In der Coronakrise sind die Reichen noch reicher geworden. Während viele Menschen in Kurzarbeit kaum noch ihre Miete zahlen können, profitieren andere von der Krise. Wir fordern daher eine Sonderabgabe für sehr hohe Vermögen und die Wiedereinführung der Vermögenssteuer. Gesellschaftlicher Reichtum gehört nicht in private Hände: Daher fordern wir die Rekommunalisierung des Gesundheitswesen und der Energieversorgung. Wohnungen sind keine Kapitalanlage, sondern gehören zur Daseinsvorsorge. Große Immobilienbesitzer wie Vonovia & Co. wollen wir enteignen und den sozialen Wohnungsbau, Wohnungsbaugenossenschaften und Mietshäusersyndikate fördern.

Tag gegen Gewalt an Frauen
Roland Hägele
Lisa Neher kandidiert im Wahlkreis Stuttgart II für DIE LINKE zur Landtagswahl. Die 34-jährige studierte Philosophin engagiert sich für die Gleichstellung der Geschlechter. Für den 8. März, den Internationale Frauentag, ruft sie zur Demonstration des Aktionsbündnisses 8. März Stuttgart um 17 Uhr am Rotebühlplatz auf. „Die Corona-Pandemie hat uns ganz ... weiterlesen
Die Bundesregierung hat in dieser Woche ihre Bilanz zur Wohnraumoffensive vorgestellt. Das gute Zeugnis, dass sie sich dabei ausgestellt hat, ist purer Hohn. In Stuttgart merkt man von Wohnraumoffensive nichts. Hier steigen die Mieten seit Jahren. Mittlerweile sind Kaltmieten von 20 Euro pro Quadratmeter für eine einfache Wohnung normal. Während die Grünen auf Bundesebene die Bundesregierung für ihre Wohnungspolitik kritisieren, sind sie hier in ... weiterlesen
Ich hatte am 16. Februar die Gelegenheit das Birkacher Feld, eine tolle Anhöhe zwischen Stuttgart Birkach, Asemwald und Steckfeld, mit Aktiven aus dem Aktionsbündnis Birkacher Feld kennenlernen zu dürfen. Das Feld ist nicht nur ein tolles Naherholungsgebiet mit einem Blick auf die Schwäbische Alb und die Burgruine Hohenneuffen, sondern es ist auch von enormer ökologischer Bedeutung. Als Kaltluftentstehungsgebiet ist es für das gesamte Stadtklima von ... weiterlesen
UN-Klimakonferenz, Kopenhagen 2009
Fridays for Future Stuttgart hat allen Kandidierenden eine Reihe von Fragen gestellt. Hier sind meine Antworten. 1. Wie möchten Sie zu einem klimagerechten Baden-Württemberg beitragen? Mit einer Politik im Landtag, die die Verursacher:innen der Klimakrise in die Verantwortung zieht und dem 1,5 Grad Klimaziel verpflichtet ist. Eine Politik für ein klimagerechtes Baden-Württemberg, setzt nicht in erster Linie bei den Konsument:innen und Verbraucher:innen an, ... weiterlesen

Über mich

Ich bin 1986 in Hessen geboren und aufgewachsen. Nach meinem Abitur und einem Freiwilligen Ökologischen Jahr bin ich 2006 zum Studium nach Stuttgart gekommen. Während des Studiums der Philosophie und Kunstgeschichte war ich aktiv bei den Protesten gegen Studiengebühren, die Bologna-Reform und die damaligen Pläne des Rektorats, die Geisteswissenschaften an der Universität Stuttgart zusammenzustreichen. Das hat mir gezeigt: Nur wenn wir zusammen und lautstark für unsere Interessen eintreten, können wir etwas bewegen.

Ich promoviere im Fach Philosophie zur politischen Philosophie der Natur. Ich bin Mitglied in der Gewerkschaft Verdi, Landesfrauenbeauftragte der LINKEN. Baden-Württemberg, engagiere mich in der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und im Kreisvorstand der LINKEN. Stuttgart. Außerdem bin ich aktiv im Aktionsbündnis 8. März Stuttgart.

Landtagswahl

Am 14. März findet in Baden-Württemberg die Landtagswahl statt. Über unser Wahlprogramm und weitere Informationen zur Wahl können Sie sich hier informieren.

    Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol Schlüssel aus.